Hotelzimmer mit Doppelbett als Beispiel für die Bettensteuer

Bettensteuer bei Ferienwohnung und Ferienhaus

Das Thema Steuern ist für uns Vermieter immer wieder präsent und bietet mit dem richtigen Know-How auch ein bemerkenswertes Sparpotential. Doch das ist leider nicht immer der Fall, wie beispielsweise bei der Bettensteuer. Wichtig ist dabei jedoch, dass du die gesetzlichen Vorgaben und Regelungen genau kennst, um deine Vermietung steuerlich optimal einzustellen.

Regelmäßig schaue ich mir deshalb die verschiedenen Steuerforderungen im Bereich der Vermietung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern an, um informiert zu sein. Dieses Mal soll es um die bereits erwähnte “Bettensteuer” gehen. Wir schauen uns an, was diese Steuer genau ist und was man diesbezüglich bei der Vermietung beachten muss. 

Bettensteuer – Was ist das?

Euroscheine und Euromünzen als Symbol für die Bettensteuer

Lästige Abgaben für die Bettensteuer sind in 30 deutschen Städten fällig

Der eine oder andere kennt sie sicher schon, die Bettensteuer. Vielleicht ist sie dir aber auch unter einem anderen Namen bekannt: CityTax, Beherbergungsabgabe, Übernachtungssteuer oder auch Kulturförderabgabe sind einige Beispiele. Letzteres bezeichnet am deutlichsten, wofür diese Steuer gedacht ist, nämlich zur Förderung der Kultur und des Tourismus. Den Ursprung nahm die Bettensteuer am 1. Januar 2010. An diesem Tag wurde die Mehrwertsteuer für Beherbergungsleistungen von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Die Kommunen und Städte verbuchten dadurch also Steuerausfälle. Um die fehlenden Gelder aufzustocken und diese Ausfälle zu kompensieren, führten die ersten Städte schließlich die Bettensteuer ein. 

 

Wichtige Fakten zur Steuerabgabe

Als Vermieter gilt es bei der Bettensteuer einiges zu beachten, deshalb habe ich dir hier die wichtigsten Fakten zusammengestellt:

  • Fakt #1: Die Bettensteuer gilt für Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Monteurzimmer, gelegentlich sogar für Campingplätze. Als erstes solltest du also prüfen, ob deine Immobilie in deiner Region von der Steuer betroffen ist.
  • Fakt #2: Die Steuer kann nur für private, jedoch nicht für berufliche Aufenthalte erhoben werden. Das heißt, es muss vom Kunden ein direkter Nachweis gefordert werden, der die berufliche Ausrichtung der Übernachtungen belegt. Dafür sind beispielsweise die Bezahlung der Rechnung vom Arbeitgeber, Arbeitgeberbescheinigungen oder Akkredetierungen für Seminar, Kongresse, Messen oder Ähnliches zulässig.
  • Fakt #3: Die Steuerabgabe kann entweder vom Vermieter selbst bezahlt oder auf den Übernachtungspreis aufgeschlagen werden.
  • Fakt #4: Die Berechnung der Bettensteuer richtet sich meist nach dem Übernachtungspreis und ist je nach Stadt unterschiedlich geregelt. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Städte die Gebühr in welcher Höhe berechnen.

Aktuelle Übersicht der Bettensteuer in deutschen Städten 

Derzeit fällt die Bettensteuer in insgesamt 30 Städten an (Stand Januar 2020). Die Übersicht zeigt dir die Berechnung der Angabe für die entsprechende Region. Die angegebenen Prozentangaben beziehen sich hier auf den Bruttoübernachtungspreis, die mit dem Sternchen gekennzeichneten Angaben dagegen auf den Nettoübernachtungspreis. Die Preise pro Nacht hängen dagegen entweder von der Art der Unterkunft (3-Sterne, 4-Sterne, 5-Sterne), vom Alter des Gastes oder der Höhe des Gesamtpreises ab.

 

Berlin 5%* Flensburg 7,5% Leipzig 1,00-3,00€/Nacht
Bonn 5% Freiburg 5%* Lüneburg 4%
Bremen 5%* Gera 1,00-2,00€/Nacht Münster 4,5%
Bremerhaven 5%* Hamburg 0,50-3,00€/Nacht Nideggen 5%
Dahlem 1,00€/Nacht Hürtgenwald 0,50-2,00€/Nacht Potsdam 5%*
Damp 1,00-2,00€/Nacht Kirchheim 1,00-1,50€/Nacht Rheinhausen 5%*
Dortmund 7,5% Kleve 5% Saalburg-Ebersdorf 0,50-1,00€/Nacht
Dresden 6% Köln 5% Schwerin 5%*
Eisenach 1,00-2,00€/Nacht Königswinter 5% Weimar 0,75-2,00€/Nacht
Erfurt 5% Lautertal 1,00-3,00€/Nacht Wismar 5%

Viel Gegenwind für die Bettensteuer

Übersicht Bettensteuer in Deutschland

Übersicht Bettensteuer in Deutschland

Natürlich gab es auch schon Proteste gegen diese Art der Besteuerung. Die Argumente sind vielfältig: Oft wird kritisiert, dass das Geld nicht dem eigentlichen Zweck der Tourismus- und Kulturförderung zugutekommt, sondern lediglich die Haushaltskassen der Städte füllt. Auch der zusätzliche Verwaltungsaufwand ist ein wichtiges Argument, vor allem für uns Vermieter. Die Gäste müssen nach dem Grund ihres Aufenthalts gefragt, Formulare müssen ausgefüllt und die Einnahmen müssen an die Behörden abgegeben werden. Selbst der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA nennt die Besteuerung “diskriminierend und völlig inakzeptabel”, vor allem deshalb, weil nur eine einzelne Branche steuerlich benachteiligt wird. 

Der Gegenwind für die Bettensteuer hat auch bereits einige Urteile beim Bundesverwaltungsgericht hervorgerufen. So wurde beispielsweise entschieden, dass die Steuerforderungen der Städte Trier und Bingen rechtsunwirksam sind, da nicht zwischen privaten und beruflichen Aufenthalten unterschieden wurde. Wie die nebenstehende Grafik des DEHOGA zeigt, ist in dieser Hinsicht noch einiges im Wandel. In vielen Städten wurde die Bettensteuer bereits aufgehoben, abgelehnt oder sogar völlig abgeschafft. Dennoch bleibt die Bettensteuer weiterhin in den oben genannten Städten bestehen. Wir können also gespannt sein, wie sich die Thematik in Zukunft entwickelt.

Mein Fazit: Mehr Nachteile als Vorteile

Für uns als Vermieter bringt die Bettensteuer tatsächlich mehr Nach- als Vorteile. Wir müssen uns um die Verwaltung, die Formulare für die Gäste und die Buchhaltung kümmern. Doch wir kommen leider nicht drumherum. Deshalb informiere dich am besten direkt bei dir in der Region, welche Regelungen für dich gelten, damit du beim Thema Bettensteuer alles richtig machen kannst!

 

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