Airbnb ist eine der am schnellsten wachsenden und sichtbarsten Plattformen für das Vermieten von Wohnungen und Zimmern. Die Idee hinter Airbnb ist es, die Vermietung von Wohnraum zu erleichtern und den Austausch zwischen Gastgebern und Gästen zu fördern. Und das kommt an! Die rege Nutzung der Plattform beweist dies. Doch was ist mit den Steuern? Muss ich als Vermieter auf Airbnb-Einnahmen Steuern bezahlen? Wenn du dir diese Frage auch schon gestellt hast, bist du nicht allein.

Viele Menschen, die über Airbnb vermieten, sind sich nicht sicher, welche Regeln und Gesetze für die Steuern im Rahmen des Airbnb-Business gelten. In diesem Artikel werde ich mich deshalb mit dieser und vielen weiteren Fragen rund um das Thema Airbnb-Steuern widmen und dir einige Tipps und Tricks verraten.

Achtung: Mein Artikel stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar und erhebt auch nicht den Anspruch diese zu ersetzen. Du bekommst meine Informationen ausschließlich aus meiner eigenen Vermietungspraxis.

Muss ich Airbnb Einnahmen versteuern?

Widmen wir uns also direkt der häufigsten und wichtigsten Frage: Muss man auf Einnahmen aus der Vermietung über Airbnb überhaupt Steuern zahlen? Die kurze Antwort dazu lautet: Ja. Die längere Antwort dazu folgt jetzt: In Deutschland gilt generell, dass Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung steuerpflichtig sind. Dies bedeutet, dass du grundsätzlich Steuern auf deine Airbnb-Einnahmen, genauer auf den Gewinn daraus, zahlen musst – egal, ob es sich um die Vermietung eines Zimmers, einer Wohnung in Kurzzeitvermietung, eines Ferienhauses, eines Zeltes im Garten oder eines Tiny Houses handelt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen von dieser Regel, die wir im Folgenden besprechen werden.

Unser Expertentipp:
Bitte beachte, dass die Regeln für die Steuerpflicht bei Airbnb in jedem Land unterschiedlich sein können. Wenn du also nicht in Deutschland ansässig bist, solltest du dich vorher genau informieren, welche Regeln in dem entsprechenden Land gelten. In diesem Artikel werde ich mich jedoch hauptsächlich mit der Situation in Deutschland befassen.

Welche Steuern fallen bei der Vermietung einer Airbnb-Unterkunft an?

In Deutschland sind für Airbnb-Unterkünfte einige Steuern relevant: die Einkommenssteuer, Bettensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer. Gehen wir sie kurz durch:

Einkommenssteuer

Bei der Einkommenssteuer handelt es sich um eine direkte Steuer, die vom Staat auf das Einkommen von natürlichen Personen erhoben wird. In Deutschland liegt der maximale Einkommenssteuersatz bei 42 Prozent. Dieser Satz gilt für alle natürlichen Personen inklusive Personengesellschaften, also auch für GbR und OHG. Juristische Personen, also Aktiengesellschaften (AG), Unternehmergesellschaften haftungsbeschränkt (UG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) zahlen hingegen 15 Prozent Körperschaftssteuer plus den Solidaritätszuschlag auf ihren Jahresüberschuss.

Bettensteuer bzw. Belegungssteuer

Die Bettensteuer wird in Deutschland in einigen Gemeinden und Städten erhoben und fällt in ihrer Höhe unterschiedlich aus. Hier empfehle ich, dass du prüfst, ob und in welcher Höhe die Bettensteuer in der Region anfällt, in der du über Airbnb vermietest. Mehr Details zu dieser Steuer findest du zudem in meinem Artikel „Bettensteuer bei Ferienwohnung und Ferienhaus”.

Umsatzsteuer

Bei Einnahmen über 22.000 Euro im Jahr fällt in Deutschland außerdem die Umsatzsteuer an. Für kurzfristige Vermietungen, wie sie über Airbnb angeboten werden, gilt dabei ein reduzierter Steuersatz von 7%.

Gewerbesteuer

Wenn du bestimmte Sonderleistungen, wie beispielsweise einen Frühstücksservice, anbietest, fällt laut Gesetz ebenfalls die Gewerbesteuer an. Sobald deine Vermietung ähnlich wie in einem Hotel funktioniert und nicht mehr nur rein private Vermietungen ohne Service abwickelt, handelt es sich bei der Vermietung um eine gewerbliche Tätigkeit. Und für diese gilt in Deutschland die Gewerbesteuer. Sie wird mit einem Hebesatz berechnet, der von jeder Gemeinde oder Stadt selbst festgelegt wird. Auch hier musst du dich also in deiner Region über den entsprechenden Steuersatz informieren.

Worauf muss ich bei der Airbnb-Steuer achten?

Das Wichtigste bei der Versteuerung von Airbnb-Einnahmen ist, die Freibeträge zu kennen und genau zu wissen, wann Steuern anfallen und wann nicht. Schauen wir uns dies nun genauer an:

Grundfreibetrag

Zunächst einmal ist es wichtig zu beachten, dass es in Deutschland einen sogenannten Grundfreibetrag gibt. Dieser liegt für Ledige aktuell bei 9.984 Euro im Jahr und für Verheiratete bei insgesamt 19.968 Euro (Stand: 2022). Das bedeutet, dass du erst Steuern zahlen musst, sobald deine Einnahmen diese Grenze überschreiten. Wenn deine Einnahmen inklusive der Airbnb-Einnahmen also unter den 9.984 Euro im Jahr liegen, musst du keine Steuern auf die Airbnb-Einnahmen zahlen.

Freigrenze für Vermietung bei Eigennutzung

Des weiteren gibt es eine Freigrenze für Vermieter, die nur einzelne Zimmer oder Wohnungen im selbst genutzten Haus anbieten. Hier gilt ein Freibetrag von 520 Euro. Bist du also nur gelegentlicher Vermieter und nimmst nicht mehr als 520 Euro mit der Vermietung ein, musst du die Einnahmen von Airbnb nicht in der Steuererklärung angeben.

Kleinunternehmerregelung

Wie auch bei anderen Einnahmen gilt bei der Versteuerung von Airbnb-Einnahmen die Kleinunternehmerregelung. Das heißt, bis zu einem jährlichen Umsatz von 22.000 Euro (Stand: 2022) wird keine Umsatzsteuer fällig.

Freibetrag für Einzelunternehmer und Personengesellschaften

Zählt deine Vermietung als eine gewerbliche Tätigkeit, fällt, wie bereits erwähnt, die Gewerbesteuer an. Doch auch hier gibt es einen Freibetrag, der aktuell bei 24.500 Euro liegt (Stand: 2022). Erst, wenn deine Einnahmen diese Grenze überschreiten, musst du also Gewerbesteuer zahlen.

Liebhaberei

Nicht zuletzt kann eine Vermietung vom Finanzamt auch als sogenannte Liebhaberei eingestuft werden. Dies wird individuell entschieden und gilt dann, wenn das Finanzamt keine Gewinnerzielungsabsicht bei der Vermietung erkennt. In diesem Fall sind die Einnahmen von der Steuer ausgenommen und müssen nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

Wie hoch ist die Airbnb-Steuer in Deutschland?

Die Höhe der Steuern ist von vielen Faktoren abhängig und variiert vor allem je nach Höhe der Einnahmen, die du mit der Vermietung über Airbnb erzielst, sowie der Region, in der du die Vermietung betreibst. Die genaue Höhe der Steuern, die du zahlen musst, ist also ganz individuell und sollte von einer Steuerberatung deines Vertrauens genau ermittelt werden. Eines ist jedoch sicher: Je mehr Einnahmen du über Airbnb hast, desto höher fallen auch deine Steuern aus.

Gibt es bei der Steuererklärung einen Airbnb-Trick?

Ja, es gibt tatsächlich einen Trick, der dir bei der Steuererklärung einen Vorteil verschafft: Wenn du deine Einnahmen aus der Vermietung über Airbnb in der Einkommenssteuererklärung angeben musst, kannst du auch alle Ausgaben, die im Rahmen des Airbnb-Vermietung anfallen oder direkt damit in Verbindung stehen, von deiner Steuerlast abziehen. Dazu gehören unter anderem:

  • Miete oder Hypothekenzahlungen für die Airbnb-Immobilie(n)
  • Nebenkosten für Strom, Gas, Heizung und Wasser
  • Wartungs- und Reparaturkosten
  • Versicherungskosten
  • Kosten für die Reinigung
  • Kosten für Inserate oder Werbung
  • Airbnb Gebühren

Als Airbnb-Gastgeber kannst du also alle notwendigen Ausgaben im Zusammenhang mit der Vermietung absetzen, deine Einnahmen dadurch mindern und so den zu versteuernden Betrag merklich senken.

Unser Expertentipp:
Vergiss nicht, sämtliche Belege für deine Ausgaben aufzubewahren, falls das Finanzamt die Nachweise für deine Kosten prüfen will.
Steuern bei Airbnb
Um Steuern zu sparen, gib deine Ausgaben für die Airbnb-Vermietung in der Steuererklärung an und mindere so den zu versteuernden Betrag.

Wie gebe ich Airbnb Einkünfte in der Steuererklärung an?

Für die Angabe von Airbnb-Einnahmen stellt das Finanzamt die „Anlage V – Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung“ zur Verfügung. Hier trägst du in der Regel sowohl die Einnahmen als auch die eben genannten absetzbaren Ausgaben ein.

Benötigt Airbnb meine Steuernummer?

Die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist ab dem 1. Januar 2023 bei Airbnb für Gastgeber verpflichtend. Mit der sogenannten „DAC7“-Richtlinie wurde die Meldepflicht für digitale Plattformen angepasst, die auch die Steuerinformationen auf Airbnb betreffen. Auf Airbnb heißt es dazu: „Airbnb ist verpflichtet, Steuerinformationen zu erheben und Gastgeber:innen-Daten für alle EU-Inserate und für Gastgeber:innen mit Wohnsitz in der EU an die Steuerbehörden zu melden.“ (Quelle: Airbnb) Um dem nachzukommen, musst du in deinem Gastgeber-Konto bei Airbnb deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer unter „Zahlungen & Auszahlungen” im Bereich für Steuerinformationen angeben. Damit diese dann gespeichert wird, muss sie zudem von der Europäischen Kommission verifiziert werden.

Gibt Airbnb Daten an das Finanzamt?

Wie eben bereits erwähnt, ist Airbnb ab dem Jahr 2023 im Rahmen der „DAC7”-Richtlinie dazu verpflichtet, Daten an das Finanzamt weiterzugeben. Dabei handelt es sich um eine jährliche Meldepflicht, das heißt, die Daten über deine Einkünfte des vergangenen Jahres sowie weitere verpflichtende Informationen werden dann im Januar 2024 an das Finanzamt weitergegeben.

Was passiert, wenn ich meine Einnahmen von Airbnb nicht in der Steuererklärung angebe?

Wenn du die Einnahmen aus der Airbnb-Vermietung nicht in der Steuererklärung angibst, obwohl du dies hättest tun müssen, besteht die Gefahr, dass ein Steuerstrafverfahren eingeleitet wird. Neben der Nachzahlung steuerlicher Abgaben können dabei auch Geldstrafen verhängt werden. Auch eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ist möglich, dafür muss der Schaden jedoch mindestens 50.000 Euro betragen.

Wann kommt die Steuerfahndung?

Die Steuerfahndung kommt, wenn der Staat einen Verdacht hat, dass jemand seine Steuern nicht ordnungsgemäß bezahlt hat. In der Regel führt die Fahndung zu einer Überprüfung der Unterlagen und Finanzen des Verdächtigen. Wenn herausgefunden wird, dass tatsächlich Steuern hinterzogen wurden, können dann, wie bereits erwähnt, Strafen in Form von Geldbußen oder Haftstrafen verhängt werden.

Mein Fazit: Nutze die Freibeträge und setze Ausgaben ab!

Fassen wir zusammen: Wenn du Einnahmen mit einer Airbnb-Unterkunft erzielst, musst du Steuern zahlen. Dies klingt zunächst kompliziert, ist aber in Wirklichkeit gar nicht so schwer. Du solltest in jedem Fall die Grenzen für steuerfreie Einnahmen kennen und Ausgaben absetzen, die im Rahmen der Vermietung anfallen, um deine Steuerlast zu senken. Mit der neuen Richtlinie sind deine Einnahmen über Airbnb zudem wesentlich transparenter für das Finanzamt, sodass alle deine Angaben aus der Steuererklärung ebenfalls über die Daten von Airbnb überprüft werden können. Im Zweifelsfall rate ich immer, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen. Dann klappt es auch mit der Steuer und dein Airbnb wird zu einem lohnenswerten Erfolg!

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