Die Preisangabenverordnung bei Ferienhaus und Feriewohnung

Preisangabenverordnung für Vermieter

Preisangabenverordnung für VermieterWer als Vermieter einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses Preise für das Übernachten in einem Ferienobjekt angibt und diese öffentlich auf unterschiedlichen Medien kommuniziert, z.B auf einer Webseite, in einer Zeitung, in einem Online-Inserat, oder auf einem Flyer, dem schreibt der Gesetzgeber durch die Preisangabenverordnung kurz: PAngV vor, wie der Preis für das Anbieten einer Beherbergungsleistung im Verhältnis zum potentiellen Mieter anzugeben ist.

Dies bedeutet, dass Preise nicht nach eigenem Ermessen und beliebig angegeben werden dürfen, sondern das im Sinne des Verbraucherschutzes klare rechtlich verpflichtende Regeln gelten um Preiswahrheit und Preisklarheit für den Verbraucher zu gewährleisten. Die Preisangabenverordnung, deren letzte Neufassung 1985 in Kraft getreten ist, ist sicherlich eine der wichtigsten Verbraucherschutzgesetze in Deutschland, denn sie fördert nicht nur in unserer Situation einen fairen Wettbewerb unter den Vermietern von Ferienobjekten, sondern stärkt umso mehr auch die Stellung des potentiellen Mieters (Verbrauchers). Die PAngV regelt daher auch beim Vermieten/ Mieten von Ferienobjekten das Marktverhalten im Interesse aller Beteiligten.

Welche Vorschriften du als Vermieter eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung einzuhalten hast und worauf du achten musst, möchte ich dir in meinem Blogartikel zum Thema Preisangabenverordnung genauer erläutern. Meine Tipps stellen selbstverständlich keine rechtliche Beratung dar, noch verfolgen diese den Ansatz einer Rechtsberatung!

PAngV bei Ferienwohnung und Ferienhaus

Ein Verstoß gegen die Preisangabenverordnung kann dich als Vermieter im Worstcase-Szenario teuer zu stehen kommen. Neben einer kostenintensiven Abmahnung muss man bei Ahndung eines Verstoßes mit einem Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro (§ 3 Abs. 2 Wirtschaftsstrafgesetz) rechnen. Hinzu kommen weitere Verstöße, denn nicht selten stellt ein Verstoß gegen die PAngV auch ein Verstoß gegen § 5 UWG (Verbot der irreführenden Werbung) dar und in der Regel geht dieser Verstoß mit weiteren Verstößen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (§ 3 Abs. 1, 4 Nr. 11 UWG) einher.

Um es auf den Punkt zu bringen: Du solltest einen möglichen Verstoß bereits im Ansatz vermeiden. Eine Alternative zum Einhalten der Vorschriften gibt es nicht. Ich persönlich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass obwohl das Thema schon viele Jahre und vielerorts kommuniziert wird und zahlreiche Verbände, Unterkunftsportale und Institutionen Vermieter auf die PAngV hinweisen, dass es immer noch so viele Ferienhaus- und Ferienwohnungsbesitzer oder auch Vermittler gibt, die schlichtweg gegen die PAngV verstoßen. Ob sich dies durch Mutwille, Dummheit oder Unwissenheit begründet, ist zuletzt unerheblich, denn die schlimmste Folge des Verstoßes ist ein finanzieller Ruin und die vermeintliche Aufgabe der Vermietung durch einen hohen finanziellen Schaden. Aufgrund dieser Tatsache soll sich dieser Blogartikel nicht nur an neue Fewo-Vermieter richten, sondern auch an die alten Hasen, die vielleicht doch nicht alles bei den Preisangaben richtig machen.

Es ist nicht schwer die notwendigen Voraussetzungen der Preisangabenverordnung zu erfüllen. Ich habe dir hier die wesentlichen Anforderungen zusammengestellt und zeige dir Beispiele, wie du die Preise deiner Ferienwohnung richtig darstellst.

So beachtest du die Preisangabenverordnung (PAngV)

Berücksichtige zwei einfache Dinge bei der Preisgebung für deine Unterkünfte: Gebe einen richtig kommunizierten Endpreis an!

Der Endpreis

In der Preisangabenverordnung steht Folgendes: § 1 Abs 1 Satz 1 Preisangabenverordnung (PAngV): Wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise Waren oder Leistungen anbietet oder als Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Gesamtpreise).

Was bedeutet dies für die Preise einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses?

Du musst deinen Interessenten einen Mietpreis kommunizieren, der tatsächlich dem zu zahlenden Preis entspricht. Im also notwendigen Endpreis für eine Unterkunft müssen daher die Kosten für Bettwäsche, Endreinigung, Heizung und Wasser unbedingt inbegriffen sein!

Ja, es gibt Ausnahmen!

  • Wenn du Nebenkosten deiner Ferienimmobilie verbrauchsabhängig dem einzelnen Mieter z.B. über einen Verbrauchszähler zuweisen kannst, so dürfen diese auch nach Verbrauch abgerechnet werden und müssen nicht im vorab kommunizierten Mietpreis enthalten sein.
  • Wenn die Endreinigung oder die Bettwäsche optional ist, du also dem Gast die Wahl lässt, ob er selbst reinigen möchte, oder ob er eigene Bettwäsche mitbringen möchte, dann kannst du diese Kostenpunkte auch gesondert aufführen.
  • Ein Tipp: Auch Gebühren die du als Vermieter nicht selbst erhebst, sondern vielleicht durch den Ort, die Kommune oder der Kreis erhoben werden: z.B. Strandnutzung, Kurtaxe, Fahrkarten etc. sollten gesondert ausgewiesen werden, da sie nicht Bestandteil deiner Leistungserbringung sind.

Die “richtige” Kommunikation des Endpreises

Es dürfte dir nun klar sein, wie sich der Endpreis für eine Beherbergungsleistung eines Ferienobjektes zusammensetzt, was dazu gehört und was eben nicht. So sollte man meinen, dass die Anforderungen an die Preisangabenverordnung mit diesem Wissen eingehalten werden können. Tatsächlich aber entstehen sehr viele Verstöße gegen die PAngV durch die falsche Art und Weise der Preis-Kommunikation.

Es ist daher erforderlich zunächst zu bewerten wie konkret und differenziert du deine Beherbergungsleistung bewirbst. Erst dann kannst du je nach Anforderung die Endpreise richtig kommunizieren.

So entsprechen Endpreise der Preisangabenverordnung (H2)

Ich gebe dir nun Beispiele und greife die gängigsten Situationen für Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern auf, sodass du künftig weisst, wie du den Preis für deine Beherbergungsleistung gemäß der Preisangabenverordnung angeben musst.

Preisangaben in einer Angebotsübersicht

Solange du einem Mietinteressenten lediglich eine Angebotsübersicht verschaffen willst, darfst du “Von-Bis-Preise” oder “Ab-Preise“ kommunizieren. Dies sieht man z.B. auch auf den Kategorieseiten von Unterkunftsportalen oder in den Ergebnislisten von Buchungsplattformen. Hier wird lediglich eine Übersicht geschaffen und kein Ferienobjekt konkret beworben. Daher ist es bei einer Angebotsübersicht nicht erforderlich einen konkreten Endpreis anzugeben. Diese Regelung gilt aber auch für deine Webseite oder deinem Flyer auf dem du potentiellen Interessenten eine Angebotsübersicht über deine Ferienwohnungen verschaffen kannst und nicht ein konkretes Vermietungsangebot kommunizierst.

Beispiele Preisangaben in der Angebotsübersicht:

  1. Gästehaus Sonnenschein: 3 Ferienwohnungen, 40 Euro – 70 Euro pro Tag
  2. Gästehaus Sonnenschein: 3 Ferienwohnungen, ab 40 Euro pro Tag
  3. Gästehaus Sonnenschein: 3 unterschiedliche Ferienwohnungen, ab 40 Euro pro Tag

Preis auf Anfrage und Ab-Preise

Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin, dass man den Preis für eine Ferienobjekt nicht verheimlichen und klar kommunizieren sollte, ist es manchmal doch erforderlich und gemäß PAngV zulässig in einer Zeitungsanzeige oder bei einer Online-Marketingmaßnahme einen Preis auf Anfrage zu kommunizieren. Dies gilt auch für Ab-Preise. Wichtig ist, dass du auf die ausführliche oder nähere Preisinformation verweist, die der Anzeigenleser dann auf deiner Webseite oder bei einem Anruf erhält.

Beispiele Preis auf Anfrage:

  1. 3 Ferienwohnungen im Gästehaus Sonnenschein, Preis auf Anfrage unter Tel.:…
  2. 3 Ferienwohnungen im Gästehaus Sonnenschein, Preis ab 40 Euro mehr Infos unter www.webseite-gästehaus-sonnenschein.de

Preisangaben mit Saisonzeiten

Oft ist es sinnvoll im Rahmen eines konkreten Angebotes Preise nach Saisonzeiten zu staffeln. Ich gebe dir den Tipp es nicht zu übertreiben. Drei Saisonzeiten (Vor-, Haupt-, Nebensaison) sollten allemal reichen. Wichtig ist, dass du die Zeiträume klar definierst. Angaben wie “Sommerferien”, “Schulferien” “Feiertage” sind nicht ausreichend, es muss unbedingt eine klare und konkrete Angabe erfolgen.

Beispiele Preisangabe mit Saisonzeiten:

Preise unserer Ferienwohnungen im Gästehaus Sonnenschein

Unsere Preise verstehen sich immer inkl. Endreinigung und jeglicher Nebenkosten

Preise Ferienwohnung 1*

VS: 40 Euro, HS: 70 Euro, NS: 55 Euro

Preise Ferienwohnung 2*

VS: 50 Euro, HS: 80 Euro, NS: 65 Euro

Preise Ferienwohnung 3*

VS: 45 Euro, HS: 75 Euro, NS: 60 Euro

* Preise verstehen sich pro Tag bei 3 Personen, jede weitere Person: 9 Euro (max. 5 Personen)

VS (Vorsaison): Januar – April; HS (Hauptsaison):  Mai – September; NS(Nebensaison): Oktober – Dezember; über Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Silvester gelten HS-

Preise

Preisangaben mit Staffelung nach Reisedauer

Einige Vermieter staffeln den Übernachtungspreis nach Länge des Aufenthaltes. Je länger der Gast bleibt, desto günstiger wird es für den Mieter.

Beispiel Preisangaben mit Staffelung

Preise unserer Ferienwohnungen im Gästehaus Sonnenschein:

Unsere Preise verstehen sich immer inkl. Endreinigung und jeglicher Nebenkosten

Preise Ferienwohnung 1*

1-3 Tag:  70  Euro, 4-7 Tag: 60 Euro, ab dem 8. Tag: 55 Euro

Preise Ferienwohnung 2*

1-3 Tag:  80  Euro, 4-7 Tag: 70 Euro, ab dem 8. Tag: 60 Euro

Preise Ferienwohnung 3*

1-3 Tag:  90  Euro, 4-7 Tag: 80 Euro, ab dem 8. Tag: 65 Euro

* Preise verstehen sich pro Tag bei 3 Personen, jede weitere Person: 9 Euro (max. 5 Personen)

Unser Tipp und Fazit zur PAngV

Halte dich bei den Preisangaben für dein Ferienobjekt an die Preisangabenverordnung, denn es führt absolut kein Weg daran vorbei. In jeder Hinsicht ist es sinnvoll die einfachen Anforderungen des Gesetzgebers zu erfüllen. Begebe dich nicht in eine unnötige Abmahnfalle und ermögliche deinen potentiellen Interessenten eine einfache Preisorientierung.

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