Reiserücktritt bei Ferienwohnung richtig regeln

Stornierungsbedingungen bei Ferienwohnung und Ferienhaus

die richtigen StornierungsbedingungenDie Ferien stehen vor der Tür und nicht nur in den beliebtesten Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee oder in den Bergen sind Ferienwohnungen und Ferienhäuser in der Regel gut ausgebucht. Was aber, wenn der Gast kurzfristig sein Quartier bei dir absagt? Welche Regelungen greifen im Falle einer Stornierung? Welche Stornierungsbedingungen sind konform?

Ich habe für dich die wichtigsten Fakten zum Thema Stornierungsbedingungen bei Ferienobjekten zusammengestellt. Wie immer möchte ich darauf hinweisen, dass mein Beitrag keine rechtliche Beratung darstellt noch den Anspruch erhebt, diese zu ersetzen. Du erhältst meine Informationen auf Basis meiner Erfahrungen als Vermieter von Ferienobjekten.

Wenn du vertraglich konkrete Stornierungsbedingungen festgelegt hast, bist du auf der sicheren Seite und hast keine Einbußen sofern du von deinem Vertragsrecht Gebrauch machst und die vertraglich geregelten Beträge beim Mieter deines Ferienobjektes einforderst.

Und was, wenn nicht?

Was dir als Vermieter von Ferienimmobilien zusteht

Die gute Nachricht vorweg: Dir steht als Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern im Falle der Stornierung grundsätzlich der Mietpreis für den gebuchten Zeitraum zu, auch wenn du hierüber keine gesonderte Vereinbarung getroffen hast. Denn deine Ansprüche ergeben sich aus den gesetzlichen mietvertraglichen Regelungen und ein Hinweis auf etwaige Stornokosten muss dabei nicht erfolgen. Wenn es sich nicht um Pauschalangebote, für die andere Regelungen des Reiserechts gelten, handelt, sind Mietverhältnisse nur aus „außerordentlich wichtigem Grund“ kündbar (§ 542 II BGB).

Und dies gilt auch für nur über eine kurze Zeit eingegangene Mietverhältnisse, wie sie bei der Vermietung von Ferienwohnungen und –häusern vorliegen. Der Mieter kann auch hier nur aus wichtigem Grund eine außerordentliche Kündigung bewirken. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie ihm den Gebrauch der Ferienimmobilie nicht oder nur zum Teil gewähren oder eine erhebliche Beeinträchtigung der Nutzung vorliegt. Gründe, die hierfür vermeintlich anerkannt werden sind zum Beispiel:

  • wenn eine für die Mietsache untypische Gesundheitsgefährdung vorliegt (z.B. durch Schimmelpilzbefall, Holzschutzmittel o.ä.)
  • ungenügende Beheizung bei kühlerer Außentemperatur
  • erheblicher Lärm
  • sehr unangenehme Gerüche
  • massiver Ungezieferbefall

Der Mieter ist dagegen nicht von der Mietzahlung entbunden, wenn „er durch einen in seiner Person liegenden Grund an der Ausübung seines Gebrauchsrechts gehindert wird“ (§ 537 I BGB). Und das gilt übrigens auch unabhängig davon, wann die Absage erfolgt. Denn diese Regelung greift unmittelbar nach Zustandekommen des Vertrages, auch wenn vom Abschluss bis zum Urlaubszeitraum noch Monate liegen.

Allerdings bist du als Vermieter gehalten, dich um eine ersatzweise Belegung des Ferienobjektes zu kümmern. Du bist dem Mieter gegenüber im Übrigen darüber auch auskunftspflichtig, das heißt, du solltest ihn immer auch unmittelbar informieren, sobald du die Ferienwohnung oder das Ferienhaus für den kritischen Zeitraum neu vermietet hast.

Und selbst bei einer extrem kurzfristigen Absage, etwa einen Tag vor Anreise, mit wenig Aussicht auf Neuvermietung, kannst du leider nicht mit einer Zahlung der vollen 100 Prozent des Mietpreises rechnen. Hierzu gab es ein Urteil des Oberlandgerichts Nürnberg (OLG Nürnberg Az.: 3 U 1559/99), das darauf hinweist, dass Kosten, wie zum Beispiel für die Bereitstellung von Bettwäsche oder anteilige Strom- oder Heizungskosten, von der Stornierungsgebühr abgezogen werden müssen. Von der Rechtsprechung wurde der Anteil dieser ersparten Aufwendungen bei Hotels und Pensionen festgelegt mit:

  • Übernachtung mit Frühstück: pauschal 20 %
  • Übernachtung mit Halbpension: pauschal 30 %
  • Übernachtung mit Vollpension: pauschal 40 %

Bei der Vermietung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses werden im Falle einer Stornierung pauschal in der Regel 10 Prozent des Mietpreises als angemessen betrachtet. Also könntest du bis zu maximal 90 Prozent der Miete für deine Ferienimmobilie vom Mieter einfordern.

Falls du aber einen Ersatzmieter für den vollen, stornierten Zeitraum findest, darfst du dem ursprünglichen Mieter dann lediglich reine Stornierungskosten in Rechnung stellen. Das können zum Beispiel Portokosten sein oder Kosten für die Bereitstellung von Fahrrädern, Strandkörben oder anderen Extras, die dir entstehen und die du nicht mehr abwenden kannst.

Stornierungsgebühren offen kommunizieren

Vielen Mietern ist gar nicht bewusst, dass sie mit Abschluss des Vertrages zur Zahlung des vollen Mietpreises auch im Falle der Stornierung verpflichtet sind. Und dass ein solcher Vertrag zum Beispiel auch bereits zustande gekommen ist, wenn dem Vermieter telefonisch oder per Mail der gewünschte Mietzeitraum bestätigt wurde. Und dann gilt: Gebucht ist gebucht. Um Ärger zu vermeiden und ein gutes Verhältnis zu Stammkunden aufzubauen, empfiehlt es sich daher, einen „eindeutigen“ Vertragsabschluss mit schriftlicher Bestätigung einzurichten und hier ganz offen auf eventuell fällige Stornierungsgebühren hinzuweisen.

Denn in den meisten Fällen ist es doch eher so, dass der Gast nicht unbedacht und leichtfertig handelt, wenn er seine Ferienwohnung oder sein Ferienhaus bei dir storniert. Es zeigt sich, dass Mieter immer wieder völlig überrascht sind, dass trotz rechtzeitiger Absage aus vermeintlich triftigen Gründen erhebliche Kosten auf ihn zukommen. Statt eines wohlverdienten Urlaubs, auf den er sich gefreut hat, stehen oft sehr unerfreuliche oder traurige Gründe hinter der Stornierung – Krankheit, ein Todesfall in der Familie oder eine berufliche Veränderung, welche die Urlaubspläne, oft ganz unverhofft und kurzfristig, platzen ließen. Du kannst aus Kulanz dem Mieter auch die Möglichkeit einräumen, selbst einen Ersatzmieter für die Ferienimmobilie zu benennen und Ihm in Aussicht stellen, die Stornierungsgebühren gegebenenfalls ganz oder teilweise zu erlassen. Bis ein solches neues Mietverhältnis zustande kommt, bleibt er allerdings dein Vertragspartner, den du gegebenenfalls die Stornierungsgebühren in Rechnung stellen kannst – das solltest du von Anfang an auch klarstellen, wenn du dich auf eine solche Lösung mit dem Mieter deines Ferienobjektes einigen.

Individuelle Stornierungsbedingungen definieren

Eine Staffelung der Stornierungsgebühren kann von dir ganz individuell vorgenommen werden. Du bist wie gesagt grundsätzlich ja nicht verpflichtet, deinem Gast hier entgegenzukommen und wenn du keine weiteren Absprachen diesbezüglich triffst, greift automatisch die für dich günstige gesetzliche Regelung. Als Entgegenkommen könntest du aber einen Unterschied machen, wann die Stornierung erfolgt und auch die meisten Musterverträge für Ferienimmobilien sehen hier Staffelungen vor. Also würdest du zum Beispiel einen geringeren Prozentsatz des Mietpreises verlangen, wenn die Absage bereits Monate vor Reiseantritt erfolgt und du noch gute Chancen hast, ohne viel Extraaufwand einen neuen Mieter zu finden. Je näher der Urlaubszeitraum rückt, desto höher kann nachvollziehbarerweise dann auch die Stornierungsgebühr gestaffelt werden, wofür ein Großteil deiner Gäste in der Regel auch Verständnis aufbringen wird. Individuelle Regelungen und Kulanz in Einzelfällen kannst du immer noch anwenden. Um die unangenehme Überraschung, Ärger oder gar langwierige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden ist es auf jeden Fall aber sinnvoll, von Anfang an offen mit dem Verfahren im Falle eines Rücktritts umzugehen und bestenfalls individuelle Lösungen zu finden, mit der beide Seiten zufrieden sind.

Mein Fazit über Stornierungsbedingungen bei Ferienimmobilien

Auch wenn das Mietrecht ganz klar auf unserer Seite ist und Mietkosten für Ferienwohnungen und Ferienhäuser immer bis zu 90 % beglichen werden müssen, empfehle ich dir in jedem Fall Verträge immer schriftlich zu schließen und Stornierungsbedingungen sehr offen und klar zu kommunizieren. Auch ein Hinweis auf den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung schadet nie, denn diese kostet nur wenige Euro und kommt im Stornierungsfall für die Kosten auf.

37 Kommentare
  1. Amalia B sagte:

    Vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Beim vermieten einer Ferienwohnung muss man sich ja der rechtlichen Lage schon bewusst sein. Die Stornierungsgebühren offen zu kommunizieren sollte , finde ich, zum guten Ton gehören. Schließlich ist Transparenz ja auch aus der Sicht des Ferienwohnungs – Mieters wünschenswert.

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  2. Lieser sagte:

    Wie sieht es aus, wenn der Mieter in solch einem Fall sich selbst Ersatzmieter sucht die in seinen Meitvertrag übernehmen. Um solche Ersatzmieter zu finden könnte man ja die Lokation zum halben Preis anbieten. Dann wird dies sowohl für den Mieter als auch für den Ersatzmieter lukrativ denn beide sparen kräftig an Kosten und dem Vermieter kann es ja egal sein wer in diesem Zeitraum in seinem Ferienhaus wohnt.

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo, viele Mietverträge für Ferienimmobilien ermöglichen dem Mieter, einen Ersatzmieter zu stellen, sofern die Buchung nicht selbst wahrgenommen werden kann. Und dies macht in der Tat Sinn. In jedem Fall ist es notwendig, dasss der Mieter den Ersatzmieter dem Vermieter benennt, denn dieser rückt an seine Stelle und es sollte ein neues Mietverhältnis mit der neuen Mietpartei geschlossen werden. VG Oliver

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  3. MHD Hijazi sagte:

    Vielen Dank für die ausführliche Information

    ich habe für ein Jahr eine Ferienwohnung gemietet. Im Mietvertrag steht keine Stornierungsbedingungen. Muss ich den gesamten Mietdauer einhalten oder kann ich unter Berücksichtigung einer Kündigungsfrist die Wohnung kündigen???

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    • Oliver Lehne sagte:

      Wenn keine Stornierungsbedingungen definiert sind, ist grundsätzlich das deutsche Mietrecht gültig. Der Vermieter hat Anspruch auf den vollen Mietbetrag abzüglich 10 %. Aber: Mir stellt sich aber die Frage, ob der Vermieter dir die Feriewohnung überhaupt über ein Jahr für einen vorübergehenden Aufenthalt (als Ferienwohnung) hätte vermieten dürfen, denn dieser ist nur bis 6 Monate möglich. Wir sprechen dann also eigentlich von einem herkömmlichern Mietverhältnis. Ich würde mir eine Rechtsberatung einholen, eventuell ist der Vetrag nichtig.

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  4. Simon sagte:

    Hallo, übernimmt die Reiserücktrittsverischeurng denn auch Buchungen bei privater Vermietung. Ich vermiete ab und zu. Ich kann natürlich auch eine Vereinbarung ausfüllen und damit die Miete nachweisen. WWelche Reiserücktrittversicherung übernimmt bei nicht gewerblichen Vermietungen? Danke und Gruss Simon

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Simon,
      es ist unerheblich ob deine deine Vermietung gewerberechtlich, steuerrechtlich oder auch baurechtlich als eine gewerbliche oder nicht gewerbliche Vermietung eingestuft wird. Natürlich muss der Mieter seiner Versicherung einen Nachweis geben, der das Anmieten der Ferienwohnung zu einem Tarif belegt. LG Oliver

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  5. Markus Ambrus sagte:

    Mal andersherum, wenn ich über ein online-Portal ein Ferienhaus Miete und per Mail die Buchungsbestätigung erhalten habe, darf der Vermieter dann einfach stornieren und mir die Anzahlung zurückbuchen? Ich habe mit der Buchung auch andere Verträge (Zusatzversicherung etc) vereinbart, welche nun auch verbindlich sind… ist das rechtlich in Ordnung? Wer übernimmt meinen Schaden?

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  6. Michael sagte:

    Sehr geehrter Herr Lehne,
    ich hatte eine Ferienwohnung gebucht. In den AGB’s war vermerkt, dass 56 Tage vor Reiseantritt eine Stornierung ohne Stornogebühren möglich ist. Zudem, dass egal zu welchem Zeitraum storniert wird – also auch vor den 56 Tagen – eine Verwaltungspauschale von 10% anfällt. Schon die Lebenserfahrung und der Beweis des ersten Anscheins deutet auf eine viel zu hohe Entschädigung für das Fertigen einer Stornobestätigung per mail und das „frei“ Klicken der Ferienwohnung im Internetportal hin. Sind 10 % zulässig? MfG

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Michael, Der Gesetzgeber räumt Vermietern tatsächlich das Recht ein pauschalisierte Entschädigungen (Stornokosten) festzusetzen. Angemessen sind bis 20 % des Reisepreises bei einer Stornierung der Ferienwohnung, auch vor den 56 Tagen. LG Oliver

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  7. Gertrud Nowak sagte:

    Wenn ich eine Ferienwohnung ein Jahr im vorraus schriftlich gebucht habe, und diese storniere, fallen dann trotzdem Stornokosten an? Letztendlich geht es doch meistens um kurzfristige stornierungen ,oder?

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Gertrud,
      wenn nichts Genaueres vereinbart wurde ist anzunehmen, dass ein Mietvertrag geschlossen wurde, der grundsätzlich erstmal besagt, dass du deine Mietzahlung leisten musst, unabhängug davon wann storniert wird. Wenn es keine genauere Vereinbarung zum Thema Stornierungagebühren gibt, muss die Mietzahlung vermutlich komplett geleistet werden abzüglich 10 %, siehe Blogartikel. LG Oliver (dies ist keine Rechtsberatung und ersetzt diese auch nicht)

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  8. Hanenkampf sagte:

    Hallo,
    Wir hatten für 2 Wochen ein Ferienhaus gebucht und mußten es wegen Krankheit 8 Wochen vor Reiseantritt wegen schwerer Krankheit stornieren haben wir das Recht einen Teil der Anzahlung zurück zu bekommen wenn der Vermieter 1 Woche wieder verbucht hat?In der AGBS steht das dem Vermieter 30% Stornogebühren zustehen.
    M.Hanenkampf

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo, maßgeblich sind die Vereinbarungen, wurden keine Stornierungsbedingungen definiert, so ist der volle Mietbetrag abzüglich 10 % zu leisten.
      Wenn die Wohnung anderweitig über einen Teilzeitraum vermietet wurde ist dieser Wert davon abzuziehen. Liebe Grüße – Oliver (dies ist keine Rechtsberatung und ersetzt diese auch nicht)

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  9. Böhm sagte:

    Wenn eine stornierte Ferienwohnung wieder im gleichen Zeitraum vermietet wird, müssen dann nur die 10% Erstattet werden,oder alles?

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  10. Sarah sagte:

    Hallo,
    mal eine Frage….habe hier auf der Website jetzt schon einiges zum Mieter und Vermieterrecht gelesen.
    Ich bin aber einer der Mieter der ziemlich sauer auf die geschehenen Ereignisse zurück blickt.
    Hier mal mein Fall, wäre mal Interessant zu wissen ob das alles so stimmt wie es mir mitgeteilt wurde.
    Im Vergangenen Jahr habe ich eine Buchung für ein Zimmer in einer Unterkunft oben in Neumünster gebucht.
    300€.
    Alles lief über E-Mail und Telefonate.
    150 € Anzahlung wurden verlangt….leider hat meine Mutter jedoch die kompletten 300 € überwiesen.
    am 28.01.2019 also ungefähr 35 Tage vor anreise in die Unterkunft habe ich telefonisch abgesagt und wurde sehr unfreundlich behandelt.
    Nach oftmaligem Versuch das die Chefin mich zurückrufen sollte haben wir in einer E-Mail auf unseren Anwalt aufmerksam gemacht wenn nicht endlich mal eine Einigung passiert.
    Die Rückmeldung war ebenfalls unfreundlich und besagte das sie von den 300€ die hälfte also 150 € zurückzahlen wird… mehr nicht. Dann hat sie auf ihre AGBs hingewiesen.
    Die Herberge besitzt keine Website und ich habe auch nach langem suchen im Internet keine AGBs gefunden. Diese wurden mir auch in keiner E-Mail zuvor mitgeteilt.
    Was habe ich nun für Rechte? Kann sie wirklich 150€ einbehalten ?
    Kann sie nach Ihren AGBs verfahren wenn ich die im Vorfeld nie Übermittelt bekommen habe? Bitte um Hilfe, da ich mir auf der einen Seite dieses unfreundliche Verhalten und Abzocke eigentlich nicht bieten lassen möchte und von einem Anwalt würde ich schon absehen wollen.

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Sarah,
      danke für dein Kommentar.
      Wesentlich ist tatsächlich die Vereinbarung, die ich nicht kenne. Deswegen kann ich so dazu keine Aussage treffen. Ich muss außerdem darauf hinweisen, dass ich in keiner Form eine Rechtsberatung zu deinem oder zu anderen Fällen gebe.
      Wenn du über die AGB nicht in Kenntnis gesetzt wurdest oder diese nicht gelesen hast (nicht bekommen hast), ist der Vetrag eventuell nichtig, sofern sich der Vermieter darauf bezieht.

      Nehmen wir mal an, dass keine Vereinbarung mit Stornierungsbedingunen getroffen wurde, außer die Tatsache, dass du gebucht hast. Dann würde in meinen Augen Mietrecht greifen und die vereinbarte Miete wäre in voller Höhe abzüglich 10% zu bezahlen, egal wann du stornierst! Daher muss ich dir mitteilen, dass dein Vermieter kulant ist. Sei froh, dass dieser nicht 90 % einbehält. Lieben Gruß – Oliver

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  11. Minkowitsch sagte:

    Hallo, wir 8 Personen haben am Samstag ein Ferienhaus zugesagt. ( per Mail ). Für den nächsten Samstag also in 7 tagen. Am Montag aber wieder storniert, Geld ist nicht geflossen. Sollte bezahlt werden bei Schlüsselübergabe. Jetzt möchte der Vermieter 65% des gesamten 4 tägigen aufenthalt ist das rechtens?
    Lg

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo,
      wesentlich ist die Vereinbarung. Mit 65 % ist der Vermieter sehr kulant. Ich persönlich würde 90 % nehmen.
      Gibt es keine Vereinbarung über die Stornierungsbedingungen, könnte der Vermieter ebenfalls 90 % verlangen (10 % würden abgezogen für nicht in Anspruch genommene Nebenkosten wie Heizung, Wasser, Reinigung, etc.).

      Lieben Gruß
      Oliver

      Antworten
  12. Wolf D. sagte:

    Hallo,
    endlich mal eine informative Seite ohne viel Umschweife.
    Mein vorgetragener Sachverhalt wurde hier noch nicht angeschnitten und stellt die gegensätzliche Seite, nämlich Storno durch den Vermieter, dar.
    Ich bin Vermieter eines Ferienhauses in Skandinavien.
    Gäste zahlen nach einer Terminabstimmung 20% Anzahlung, mindestens aber 250,-€ und bis 8 Wochen vor Reiseantritt weiter 80% Restzahlung oder resultierende Differenz zum Gesamtpreis. AGBs gibt es nicht und Gäste erhalten formal eine Buchungsbestätigung in dem der Mietgegenstand, Nebenkosten, Termine und Zahlungsmodalitäten klar definiert sind. Ich weise darin auch auf den Abschuss einer Reiserücktrittsversicherung hin.
    Ein Feriengast hatte eine Reise gebucht und 250,-€ Anzahlung geleistet. Mit der Restzahlung ist er trotz Erinnerung und seiner festen Zusage einer Zahlung am nächsten Tag in Zahlungsverzug geraten, so schlussendlich in der Folge eine Stornierung durch mich als Vermieter erfolgt ist.
    Ich beabsichtige die Anzahlung von 250,- Euro als Stornogebühr einzubehalten und hoffe den frei gewordenen Termin noch vermieten zu können. Nach meinen Recherchen greift das Mietrecht und nicht das Reiserecht da nur die Überlassung des Ferienhauses für einen kurzen Zeitraum verabredet worden ist. Keine weiteren Leistungen.
    Das Mietrecht räumt die Kündigung (Stornierung) aus wichtigem Grund ein und stützt sich in der Begründung u.a. auch auf Zahlungsverzug durch den Mieter.
    Eine Woche nach der Stornierung ist die Restzahlung durch den Mieter erfolgt, welcher damit auf die Einhaltung des „Vertrages“ und Rücknahme der Storno verwies.
    Inzwischen ist das Vertrauensverhältnis zwischen Vermieter und Mieter zerrüttet. Ich werde beschimpft und beleidigt und habe verständlicherweise kein Interesse diesen Menschen mein Eigentum gegen Endgeld zu überlassen.
    Selbstverständlich wurde die Restsumme umgehend umfänglich zurück überwiesen. Ungeprüft von rechtlichen Vorgaben.
    Habe ich als privater Vermieter rechtliche Vorgaben zu beachten und kann ich die o.g. Anzahlung , die ca. 30% des Reisepreises beinhaltet als Stornogebühr einbehalten?
    Danke für einen Hinweis.

    Wolf D.

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    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Wolf,
      ich empfehle Dir eine Rechtsberatung mit rechtsverbindlichen Auskünften durch einen Anwalt deines Vertrauens. Eine entsprechende Beratung darf ich Dir nicht geben.

      Meine persönliche Einschätzung: Wenn Du in deinen Zahlungsbedingungen nicht klar definiert hast, dass ein vermutlich nicht zeitlich definierter Zahlungsverzug zur Stornierung führt, obwohl bereits angezahlt wurde, dann schätze ich den Sachverhalt zu Gunsten des Mieters ein, denn der Vertrag wurde zum Zeitpunkt der Vereinbarung (mündlich) getroffen, oder mit der Buchungsbestätigung (sofern darin kommuniziert) und nicht zum Zeitpunkt der Anzahlung oder Restzahlung. Auch die Stornierung aus wichtigem Grund hält meiner Meinung nach nicht stand, denn die getätigte Anzahlung ist ja kein unwesentliches Indiz zur Vertragsannahme, sondern eine klare Absicht des Mieters, den vereinbarten Vertrag seinerseits zu erfüllen. Da die Folgen des Versäumnis (Restzahlung) vermutlich nicht vertraglich geregelt bzw. seitens des Mieters akzeptiert wurde, würde ich einen Anspruch seitens des Mieters einschätzen.
      Dies stellt meine persönliche Meinung dar.

      Mich würde sehr interessieren, wie die Sache für dich ausgeht, im besten Fall liege ich falsch!
      Lieben Gruß an Dich – Oliver

      Antworten
  13. Musfeldt sagte:

    Karin,
    Guten Morgen,
    ich habe im April 2018 eine Ferienwohnung angemietet. Wir hatten die Hoffnung, das mein Vater seinen 90zigsten Geburtsatg am 23.06.2019 gesund feiern kann. Ich habe der Vermieterin im April 2018 Förden den Zeitraum 17.06.19 bis 27.06.19 gebucht, habe aber keine Buchungsbestätigung erhalten. Mein Vater ist im Frühjahr verstorben. Gestern bin Inch aus allein Wolken gefallen als mich die Vermieterin angeschrieben und mich gefragt hat, wann wir denn ankommen, damit sie dann auch Zuhause ist. Es fand seit April 2018 kein Kontakt mehr statt. Nun kam das dicke Ende. €275,00 soll ich Stornogebühren bezahlen. Meine Frage, ist denn überhaupt ein Mietvetrag zustande gekommen. Muss ich die Sortnogebühr bezahlen.
    LG
    Karin

    Antworten
    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Karin,
      Ein geschlossener Mietvertrag ist leider auch in deiner Situation ein geschlossener Vertrag, da spielt auch die Buchungsbestätigung keine Rolle. Da nicht der Verstorbene Vertragspartner ist, ist auch der tragische Stornierungsgrund kein Hebel für eine Außerkraftsetzung. Ich persönlich habe in einem solchen Fall noch nie entsprechende Gebühren berechnet, denn der Trauerfall ist tragisch genug. Eine kostenlose Kulanz-Stornierung aus besagten Gründen ist, wie man in deinem Fall sieht, nicht immer die Best Practise. Eine Reiserücktrittsversicherung wäre in diesem Fall eingesprungen. Lieben Gruß – Oliver

      (Dieses Kommentar stellt meine persönliche Betrachtung dar und ist in keiner Weise als Rechtsberatung zu verstehen, diese nehme ich nie vor)

      Antworten
  14. Sven sagte:

    Ferienwohnung wurde ca 4 Wochen vor Reiseantritt storniert,ohne wichtigen Grund. Habe jetzt neue Mieter,allerdings wesentlich weniger Tage und dadurch auch weniger Einnahmen. Zahle ich dem alten Mieter die komplette Anzahlung zurück oder muss er meine Differenz trotzdem bezahlen?
    Alter Mieter 380 Euro
    Neuer Mieter 195 Euro

    Antworten
  15. Heike sagte:

    Muss umgedreht der Vermieter auch Stornogebühren bezahlen
    Erst sagt er die Ferienwohnung zu und drei Tage später schreibt er Sorry ich hab mich vertan ,die Wohnung ist für den Zeitraum schon vermietet
    Wir haben extra Urlaub genommen und es ist nichts mehr zu bekommen außer doppelt so teuer..

    Antworten
    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo liebe Heike,
      wichtig ist, dass es einen verbindlichen nachweisbaren Vertrag gibt. In diesem Fall habt Ihr Anspruch auf adäquaten Ersatz. In wie weit auch Schadensersatz in Frage kommt, solltet Ihr in einem Gespräch mit dem Rechtsanwalt Eures Vertrauens klären, ich kann und darf Euch dies hier im Blog nicht beantworten. Lieben Gruß – Oliver

      Antworten
  16. Ellen sagte:

    Guten Morgen,

    vor drei Wochen habe ich eine Ferienwohnung für Juli 2020 gebucht und den Vertrag unterschrieben. Allerdings noch keine Anzahlung geleistet. Nun haben sich aber Änderungen aufgetan und ich wollte den Zeitraum verkürzen bzw. komplett stornieren. Ich bin zur Zeit ebenfalls in einer Ferienwohnung des Anbieters und konnte direkt vor Ort das Büro besuchen. Dort wurde mir nicht sonderlich nett entgegen getreten und mir mitgeteilt, dass ich 500 € Storno zahlen müsste. Allerdings wurde mir gleichzeitig erzählt, dass kurz zu vor die Wohnung von Stammgästen genau für diesen Zeitraum angefragt wurden.
    Die Wohnung ist sehr begehrt und immer schon ein Jahr im Voraus ausgebucht. Ich kann das Verhalten des Anbieters nicht verstehen. Ich habe dort schon häufig gebucht. Ist es statthaft 500€ Storno Gebühren zu verlangen, obwohl die Wohnung sehr schnell neu vermietet wäre? Wir reden hier von einem Jahr Vorlaufzeit.
    Wenn ich Ersatzmieter nennen würde, müsste ich dann auch Storno zahlen?
    Danke.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ellen

    Antworten
    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo liebe Ellen, was zu zahlen ist sollte detailliert im Vertrag unter Reisrücktritt bzw. Stornierungsbedingungen ersichtlich sein. Ist dies nicht der Fall sollte man prüfen. LG Oliver

      Antworten
  17. Brigitta Hardt sagte:

    Guten Abend,
    habe im Februar 2019 meine Fewo vom 11.7.-14.7.19 vermietet; habe Buchungsbestätigung mit Zahlungsbedingungen geschickt; Miete ging pünktlich 1 Woche vor Anreise ein; am 6.7.19 kam WhatsApp, daß man sich schon sehr auf die Reise freut; heute, am eigentlichen Anreisetermin kommt WhatsApp, dass man wegen Krankheit nicht anreist; es war Foto einer Krankmeldung angehängt, ausgestellt von heute, 11.7.2019, aber rückwirkend vom 01.07.19! und bis zum 12.7.19;
    wie soll ich mich jetzt verhalten? Hätte ich früher von der Erkrankung erfahren, hätte ich die Fewo sicher jetzt in der Saison leicht wieder vermieten können; ausserdem : wenn die Krankmeldung nur bis 12.7.19 gilt, könnten die Gäste ja den einen Tag später anreisen; muss ich den Mietpreis zurückzahlen?
    Danke schon jetzt für Ihren Rat!
    PS: Diagnose war Bronchitis, meine Fewo liegt an der Nordsee, eigentlich ideal zur Heilung

    Antworten
    • Oliver Lehne sagte:

      Hallo Brigitta,
      wie sehen denn deine Stornierungsbedingungen aus? Wenn nichts vereinbart wurde, ist in Deutschland das Mietrecht gültig. 90 % des Betrags solltest du dann meiner Auffassung nach verlangen (abzüglich 10 % für nicht in Anspuch genommene Nebenkosten u. Endreinigung etc.). Lieben Gruß Oliver

      Antworten
  18. Jutta Edelmann sagte:

    Guten Morgen,
    ich habe einen Mietvertrag für eine Fereinwohnung vom 09.09.2019-14.09.2019 abgeschlossen. gestern musste ich leider stornieren aus betrieblichen Gründen. Im Mietvertrag steht – bis 45 Tage vor Mietbeginn 10% des Mietpreises. Antwort vom Vermieter er zieht mir die 10% von der Anzahlung ab. Meine Kündigung erfolgte aber am 16.07.2019, also 55 Tage vorher, ich finde da kann kein Abzug erfolgen, oder ?

    Antworten

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